Red fences, white flags

A tree was felled on Vordere Zollamtsstraße in front of the University of Applied Arts Vienna. We kept a part of the felled maple trunk, researched the reasons for tree cuttings in the city and made flagpoles of the wood. As a sign of need for negotiation, 13 white flags will be placed at selected tree cutting spots in the city during the Angewandte Festival 2021.

The city as an extreme habitat

Climate change further complicates the already not easy living conditions of street trees. The precipitation of shorter but heavy rain showers can hardly be absorbed by the ground, due to the surface sealing and the lack of space of the trees. The persistent heat in summer causes water scarcity, and trees find it difficult to supply their leaves and crowns with water. If enough water reaches the root zone, the road salt used in winter triggers drought stress. Mild winter temperatures favor the reproduction of tree pests. More and more specimens suffer from fungal infestation, which they would be better able to fend off in nature with more favorable conditions. As soon as a serious disease is detected by a city tree, this must be cut down for safety reasons. It is replaced by a young tree, which only becomes climatically relevant when it is about 30 years old.

The preservation of the old tree population is essential from a city-climatic point of view, so the renegotiation of the living conditions of trees and humans in the city is unavoidable!

Ein Baum wurde an der Vorderen Zollamtsstraße vor der Universität für Angewandte Kunst Wien gefällt. Wir haben ein Teil des gefällten Spitzahorn-Stammes aufbewahrt, die Gründe für Rodungen in der Stadt recherchiert und aus dem Holz Fahnenstangen hergestellt. Als Zeichen für Verhandlungsbedarf werden 13 weiße Flaggen im Laufe des Angewandten Festivals 2021 an ausgewählten Rodungsorten in der Stadt platziert.

Die Stadt als Extremstandort

Durch die Flächenversiegelung bzw. Platzmangel der Bäume kaum absorbiert werden. Durch die andauernde Hitze im Sommer kommt es zu Wasserknappheit und Bäume kommen schwer nach, die Blätter und Baumkrone mit Wasser zu versorgen. Gelangt genügend Wasser in den Wurzelraum, so löst der im Winter eingesetzte Straßensalz den Trockenstress aus. Milde Wintertemperaturen begünstigen die Vermehrung von Baumschädlingen. Immer mehr Exemplare leiden unter Pilzbefall, den sie in der Natur durch günstigere Gegebenheiten besser abwehren könnten. Sobald eine schwerwiegende Krankheit bei einem Stadtbaum festgestellt wird, muss dies aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Er wird durch einen Jungbaum ersetzt, der erst ab einem Alter von ca. 30 Jahren klimarelevant wird.

Der Erhalt des alten Baumbestandes ist klimatechnisch essentiell so ist die Neuverhandlung der Lebensbedingungen von Baum und Mensch in der Stadt unvermeidbar!

By Dora Medveczky & Fabio Spink

Bottminger Bank

Sitzbank im öffentlichen Raum der Gemeinde Bottmingen (CH)

Die finale Version der Bottminger Bank besteht aus Kalkstein als stützendes Seitenelement. Der Kalkstein wird im hochmodernen Natursteinwerk der Gebr. Thomann AG in Liesberg gewonnen und verarbeitet. Die Oberfläche des Steines, wurde ähnlich wie bei den Brunnen in Bottmingen, nach Art des Handwerksbetriebes genadelt. Rot geölte Lärche bestückt den verzinkten Stahlrahmen. Die Verarbeitung der Schweizer Lärche und die Stahlarbeiten werden in der Burri Public Elements AG in Opfikon, ein Spezialist wenn es um öffentliche Einrichtungen geht, ausgeführt. Die Kombination aus dem lokalen Kalkstein und dem rot gefärbten Holz «rot und Stein» verwandeln die Sitzbank in einen «Eyecatcher» mit Fernwirkung und Potential zum Verweilen.

Gegenstand der Wiederverwendung

Auf dem verlassenen Gleisbogen, der auf dem Dreispitz Areal in Basel liegt, regt sich was: Entlang der Geleise und zwischen dem Schotter spriessen Orte des Verweilens aus dem Boden. Wie Pionierpflanzen erschliessen sie neuen städtischen Raum. Das Gleis als Fundament und der Gleisadapter als Konstruktionswerkzeug für die darauf gebauten Plattformen und stapelbaren Sitzflächen, kreieren Aufenthaltsflächen, Orte für Begegnungen und Aktivitäten, auf dem sich ständig wandelnden Areal. Diese ersten Objekte vermitteln, durch ihren Aufbau und Patchwork aus Schaltafelverschnitt, eine Methode und Haltung von Wiederverwendung, die Veränderung schafft.

Akustikpark

Der Wettbewerb für die Neugestaltung des KZ-Gedenkplatzes in Neudorf bei Wien lockte uns in die eher designferne Thematik des Holocausts. In unserem Entwurf haben wir die bestehenden Elemente mit einbezogen und als Ergänzung einen ‹Akustikpark› gestaltet. Unser oberstes Ziel war es, den Platz didaktisch aufzuwerten und das Gedenken ermöglichen. Wir wollten die Erinnerung erhalten und über das Geschehene aufklären. Gerade der frei zugängliche, öffentliche Raum ist dafür ein geeignetes Instrument. Deshalb möchten wir, dass die Besucherinnen und Besucher den Platz frei durchqueren und nutzen können.
Mit dem akustischen Medium wollen wir Geschichten vor Ort aus den Archiven des Gedenkvereins, von Zeitzeugen und weiteren verfügbaren Quellen, vermitteln. Weshalb akustisch? Bildmaterial von diesem Ort ist in sehr geringen Mengen vorhanden und vom Lager selbst ist nichts mehr übriggeblieben. Wissen und Geschichten werden schon seit geraumer Zeit durch Erzählung über Generationen weitergegeben. Heute findet Mensch die Erzählung auch in einer zeitgenössischen Form dem «Podcast» wieder. Wir haben spannende, aber auch erschütternde Geschichten von Zeitzeugen, Tagebucheinträge von Lager-Ärzten oder Beobachtungen von Anwohner*innen in den Archiven des Vereins entdeckt. Diese Geschichten handeln von diesem Ort und zeigen auf, was damals in

Neudorf geschehen ist. Um ein geografisches Verständnis zu fördern, wäre es sinnvoll die Geschichten in Neudorf auf dem Gedenkplatz zu erzählen. In unserer Recherche haben wir uns nach Neudorf (AT) wie auch ins KZ Mauthausen (AT) begeben, wobei uns dort die erzählten Geschichten am besten in Erinnerung geblieben sind und Anlass waren, darüber zu sprechen. Die Vermittlung über den akustischen Weg ist eine Ergänzung zu üblichen Vermittlungsmöglichkeiten und lässt die Gedanken oder das Wissen auf eine zusätzliche Weise verknüpfen.
Die Übertragung der Akustik soll durch eigens für diesen Platz gestaltete Objekte geschehen. Wir wollten uns aber nicht anmuten, mit negativer oder vergleichbarer Formsprache zu gestalten. Schliesslich können wir nicht genau nachfühlen was damals geschehen ist. Jedoch sollten die Objekte auch nicht positiv wirken, denn dies hätte eine Verharmlosung auf das Geschehene zur Folge gehabt.Aus diesem Grund entschieden wir uns im Prozess für den neutralen Weg der Gestaltung. Bei der Materialwahl liessen wir uns vom Bestand und Fundstücken vom ehemaligen Konzentrationslager inspirieren.